Projekt Matumaini

Matumaini - Ma|tu|ma|ini [sw]: Hoffnung [n.,pl.,feminin]

Allgemein das jeden Lebenswillen speisende Ausgreifen nach etwas Erfüllendem, das noch Zukunft, aber auch erreichbare Möglichkeit ist.

Alles begann 2009, als ich nach meinem Abitur das erste Mal nach Tansania reiste und im Rahmen meines halbjährigen Aufenthaltes im Good Hope Waisenhaus am Fuße des Mount Meru aushalf.

Es handelt sich dabei um ein recht kleines und einfaches Waisenhaus, das privat geführt wird. Es gibt kaum finanzielle Unterstützung und so leben die Kinder in sehr beengten Verhältnissen, bekommen nur sehr einfache Malzeiten und können die meiste Zeit nicht zu Schule gehen. 

Flora, die damalige Betreuerin der Kinder, war während meines Aufenthaltes alleine für knapp 80 Kinder zuständig, von denen etwa die Hälfte ausschließlich im Waisenhaus lebte. Die anderen Kinder kamen aus umliegenden Familien, die ihre Kinder nicht ausreichend versorgen konnten und sie daher tagsüber ins Waisenhaus brachten. Es gab keine wirkliche Tagesstruktur im Waisenhaus, denn alleine konnte Flora das nicht umsetzten. Gemeinsam haben wir während dieses ersten Aufenthaltes in Tansania versucht Struktur in das Leben der Kinder zu bringen. Wir unterrichteten sie morgens in Englisch, Swahili und Mathe und widmeten uns nach dem Mittagessen verschiedenen Aktivitäten, wie Malen, Basteln oder Fußballspielen. 

In dieser Zeit merkte ich, dass die Kinder bei kreativen Tätigkeiten sehr unselbstständig waren - wenn man mit ihnen malte, fing keiner von sich aus an auf seinem Blatt herum zu kritzeln, sondern alle warteten ab, bis ich ihnen etwas auf ihr Blatt malte. - Kein Kind sagte von sich aus, was es jetzt gerne unternehmen würde und nur wenige hatten einen individuellen Wunsch für die Zukunft. Das hat mich sehr beschäftigt und ich fand es sehr bewegend zu sehen, wie die Kinder aufblühten, wenn man sie bei Tätigkeiten animierte und unterstützte.

Diese Zeit im Waisenhaus hat den Grundstein für unser heutiges Projekt „Matumaini“ gelegt.

Nach meinem ersten Aufenthalt in Tansania entschloss ich mich eines der Kinder individuell zu fördern. Das war Oscar. Oscar war damals 7 Jahre alt und ging noch nicht zur Schule. Ich finanzierte ihm den Besuch einer nahegelegenen Primary School und kehrte nach einem Jahr zurück, um zu sehen, wie es Oscar und den anderen Kindern im Waisenhaus ging. Ich hatte genug Geld gespart um zwei weitere Kinder zu unterstützen. 

Jedes Jahr seit diesem ersten einschneidenden Aufenthalt in Tansania kehrte ich zurück. Dabei wuchs das Projekt Matumaini nach und nach heran. Zunehmend bekam ich auch Unterstützung von Freunden und Bekannten und wir gründeten im Jahr 2017 den Gemeinnützigen Verein „Matumaini-Good Hope e.V.“.

Es hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: Mittlerweile unterstützen wir mit unserem Projekt 14 Kinder. Sie leben in einem Internat unweit des Waisenhauses am Fuße des Mount Meru. Im Internat werden sie mit allem versorgt was sie für ihre schulische Ausbildung benötigen. Mindestens ein Mal im Jahr reisen Kai und ich nach Tansania, um alles Notwendige für das kommende Schuljahr zu organisieren und Zeit mit den Kindern zu Verbringen.

Dazu gehört auch immer ein Besuch auf dem Markt in dem nahegelegenen Dorf Tengeru. Hier kaufen wir neue Schuhe, Sportsachen, Seifen und alles was die Kinder sonst benötigen. 

Die gemeinsame Zeit ist sehr wertvoll. Über die Jahre haben wir ein sehr enges Verhältnis zu den Kindern aufgebaut und können mit ihnen über Probleme, Anliegen und Wünsche sprechen. Manchmal sind das alte Großmütter, die ihre Miete und Lebensmittel nicht mehr zahlen können, was vor lauter Sorge das Lernen stark beeinträchtigen kann, und manchmal sind es einfach Probleme in der Schule wie jedes Kind sie hat. Wir versuchen zu helfen wo wir können.

Wir unternehmen bei diesen Besuchen viel mit den Kindern. Wir Malen und Basteln gemeinsam mit den jüngeren und organisieren Workshops zu verschiedenen Themen wie Klimawandel, Wilderei, Ernährung und Sport, die sonst im Leben der Kinder keine Rolle spielen würden. Wir machen in jedem Jahr einen kleinen Ausflug, bei dem die Kinder die Möglichkeit bekommen sollen, neue Eindrücke zu sammeln und ihr eigenes Land noch mehr kennen zu lernen. Besonders beliebt ist ein Ausflug zu einer Lagune um zu schwimmen. Manchmal Fahren wir aber auch Campen und besuchen einen Nationalpark, damit die Kinder die Landschaft und Tiere ihres Landes erleben können.

 

Unser Projekt ist langsam zu dem geworden, was es heute ist. Und es fühlt sich sehr gut an, denn die Kinder sind nicht nur gut in der Schule, sondern haben ganz besondere Ideen für die Zukunft und sind sehr kreativ. 

Kinder sind die Zukunft und wie wir sie heute behandeln und fördern, wird ihre Welt stark beeinflussen.