Menschen mit Albinismus

Was ist Albinismus:

Menschen mit Albinismus leiden an Gendefekten, die zu einer Störung der Melaninbildung führen. Da Melanin für die Farbgebung der Haut, der Haare und der Augen verantwortlich ist, führt der daraus resultierende Melaninmangel zu einem sehr hellen Hautbild. Die Haut kann sich außerdem durch die fehlende Pigmentierung nicht ausreichend vor der UV-Strahlung der Sonne schützen. Das führt zu Verbrennungen und anderen Hautveränderungen durch die Sonne, die bis zum Hautkrebs führen können. Auch die Augen sind in ihrer Funktionsweise beeinträchtigt, da ihnen die Pigmentierung fehlt. 

Albinismus in Tansania:

Albinismus ist besonders im Osten Afrikas verbreitet. In Tansania ist die Häufigkeit am größten – dort wird etwa 1 von 1500 Kindern mit Albinismus geboren. Die starke Sonneneinstrahlung gefährdet die Betroffenen, doch in Tansania und anderen Ländern Ostafrikas gibt es noch weitere Probleme. 

Leider ist auch der Glaube sehr verbreitet, dass es eine Strafe Gottes ist ein Kind mit Albinismus auf die Welt zu bringen. Männer verlassen oft ihre Frauen, die somit finanziell am sozialen Abgrund stehen und Familien werden von der Gesellschaft ausgegrenzt.

Die Eltern können ihre Kinder nicht alleine lassen, daher kann meistens nur noch ein Elternteil arbeiten und oft muss die Familie in ein besser geschütztes Haus umziehen, da eine einfache Hütte nicht genug Schutz vor Übergriffen bietet. Für ein Kind mit Albinismus ist es entsprechend gefährlich alleine auf eine öffentliche Schule zu gehen. 

Unsere Zusammenarbeit mit der „Usa River NGO for Albinos“:

Seit meinem ersten Aufenthalt arbeite ich eng mit Laurent zusammen, der mich schon früh für das Thema Albinos sensibilisiert hat. Wir besuchten viele betroffene Familien in der Umgebung und ich war erschüttert von den Schicksalen. Oft sind die gesamten Familien und besonders die Kinder traumatisiert und verschüchtert. 

Um diesen Familien zu helfen, gründete Laurent 2015 die „Usa River NGO for Albinos“, mit der er betroffene Familien in der Region vernetzt und versucht individuelle Unterstützung zu leisten. Wir kooperieren intensiv mit ihm und unterstützen mittlerweile mehrere Kinder, indem wir ihnen den Besuch des sicheren Internats ermöglichen. Es ist wunderschön mit anzusehen, wie sich die Kinder so entfalten können. Endlich können sie mit den anderen Kindern spielen, lernen und unbeschwert lachen. Wir sind über diese Zusammenarbeit sehr glücklich. Wir befürworten, dass die Kinder nicht isoliert werden sollen, denn auch für die anderen Kinder der Schule ist es wichtig zu verstehen, dass Menschen mit Albinismus ganz normale Menschen sind.